Wie kann ich nach Operationen zur Nachbehandlung bzw. Rehabilitation meinem Tier helfen, schnell die ursprünglichen Bewegungsabläufe wieder in Gang zu bringen? Wo gehen wir Menschen hin, wenn sich ein Problem mit den Knochen oder Muskeln ergibt?
Wir gehen zur Physiotherapie. Für unsere Tiere, für Pferd und Hund, gibt es dafür die Tierphysiotherapie. Zahlreiche junge Menschen lassen sich zum Tierphysiotherapeuten ausbilden. Die Ausbildung ist allerdings nicht anerkannt, so dass sich eigentlich jeder Tierphysiotherapeut nenn kann. Aber bei den Tierphysiotherapeuten trennt sich schnell die Spreu vom Weizen, denn ganz so einfach kann man sich nicht ohne entsprechende fundierte Ausbildung an den Hund oder an das Pferd wagen.
In der Tierphysiotherapie werden Erkrankungen des Muskel- und Skelett-Systems behandelt. Durch Massagen und Übungen wird die Mobilität von Hund oder Pferd wiederhergestellt bzw. es wird versucht eine Mobilisierung herbeizuführen.
Weiterhin werden in der Tierphysiotherapie Bewegungsbäder (Aquatrainer oder Wasserlaufbänder) eingesetzt, die ein kontrolliertes Bewegen des Tieres ermöglichen. Tiere neigen von Natur aus zu Verhalten in der Bewegung, welches dem Heilungsverlauf nicht förderlich sein muss. Deshalb sind kontrollierte Bewegungen für ein Tier, welches erkrankt ist, sehr wichtig.
In der Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten bekommt man neben den Behandlungsmethoden (hier seinen exemplarisch aufgeführt: Massage, Dehnung, Magnetfeld, Wärmetherapie, Kältetherapie, Lasertherapie und Bewegungsübungen) auch das Grundwissen in der Anatomie von Pferd und Hund vermittelt. Katzen eignen sich übrigens nicht sehr gut zur Tierphysiotherapie, da sie sich der Behandlung oftmals sehr einfach widersetzen.
Die Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten unterscheidet sich übrigens meist in zwei Schwerpunkte eines ist die Pferdephysiotherapie, das andere die Hundephysiotherapie. Zahlreiche ausgebildete Tierphysiotherapeuten spezialisieren sich auf ein Gebiet und bieten deshalb die Leistung nur für Pferd oder Hund an.
Schulen für die Ausbildung gibt es übrigens reichlich. Von daher ist es an dem potentiellen Schüler, sich das geeignete Institut auszuwählen. Es existieren eine Menge Institute, die in unterschiedlicher Art und Weise die Ausbildung in der Tierphysiotherapie anbieten. Unterschiede gibt es im monetären Bereich (Kosten, Ratenzahlung, Einmalzahlung), aber auch im Unterricht (Blockunterreicht, Kurse am Wochenende) oder in der Länge des Studiums bzw. der Ausbildung. Außerdem kann auch ein Unterschied in den Schwerpunkten der Ausbildung bestehen (Schwerpunkt Pferdephysiotherapie oder Hundephysiotherapie). Die Auswahl der Schule will also gut überlegt sein.
Für den Halter des Tieres gibt es nur wenige Möglichkeiten sich von der Qualität seines Tierphysiotherapeuten zu überzeugen. Es gibt sicherlich die Möglichkeit, Therapeuten über das Internet zu finden. Andererseits kann man sich in Hundeschulen oder an Reitställen über das Thema unterhalten. Auch wird sicherlich der eine oder andere Tierphysiotherapeut bereits seine Dienste angeboten haben und eventuell sind auch (positive) Erfahrungen gesammelt worden, die einem die Auswahl des richtigen Tierphysiotherapeuten erleichtern.